Bevölkerungsprognosen

Aus SGK Berlin

Bevölkerungsprognosen sind Vorhersagen der künftigen Entwicklung oder der Zahl und Struktur der Bevölkerung zu einem definierten Zeitpunkt. Prognosen haben den Anspruch, dass die getroffenen Annahmen (u.a. Geburtenrate, Lebenserwartung, Zu- und Abwanderung) die künftigen Entwicklungen realistisch beschreiben. Da die Annahmen auch über längere Zeiträume hinweg definiert werden müssen, unterliegen Prognosen bei unvorhersehbaren Entwicklungen einer gewissen Ungenauigkeit.

Trotz dieser Ungenauigkeit und damit verbundener Schwankungsbreiten können Bevölkerungsprognosen als Grundlage für politische Entscheidungen herangezogen werden, da die künftige Entwicklung in der aktuellen Bevölkerungsstruktur bereits angelegt ist. Bei der kleinräumlichen Entwicklung, d.h. der regionalen Verteilung der künftigen Bevölkerung, ist eine langfristige Prognose hingegen relativ fehleranfällig.

Bevölkerungsprognose für Berlin

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt erstellt in regelmäßigen Abständen Bevölkerungsprognosen als Grundlage für die planenden Behörden der Stadt. Dabei wird die zukünftige Entwicklung der Stadt in der Regel in drei Varianten dargestellt. Die neue Bevölkerungsprognose wird auf Basis des Einwohnermelderegisters (EWR) erstellt. Ausgangsbasis der Bevölkerungsprognose für Berlin und die Bezirke 2015 - 2030 ist der per 31.12.2014 im Einwohnerregister Berlins erfasste Bestand von 3,562 Mio. Personen.

Die wichtigsten Ergebnisse dieser Prognose[1] in der mittleren Variante für die Gesamtstadt sind:

  • Die Bevölkerung wird bis zum Jahr 2030 voraussichtlich auf rund 3,828 Mio. Einwohner steigen. Das ist eine Zunahme um mehr als 265.000 Personen, rund 7,5 Prozent.
  • Das Durchschnittsalter erhöht sich von 42,9 Jahren im Jahr 2014 auf 44,3 Jahre 2030. Die positive Entwicklung der natürlichen Bevölkerungsbewegung (Saldo von Geburten und Sterbefälle) infolge steigender Geburtenzahlen in den letzten Jahren setzt sich aufgrund der angenommenen weiteren Zuwanderung junger Menschen fort.
  • Die Zahl der über 80-Jährigen Personen nimmt um rund 66 Prozent auf rund 266.000 Personen zu; die Zahl der „jungen Alten“ im Alter von 65 bis unter 80 Jahren wird um rund 12 Prozent auf rund 582.000 Personen steigen.
  • Die Zahl der Kinder unter 6 Jahre nimmt über den Prognosezeitraum auf etwa 206.000 Personen zu, wächst hierbei zunächst bis Ende des Jahrzehnts noch kräftig und geht anschließend wieder um etwa 14.000 Personen zurück. Die Altersgruppe der 6- bis unter 18-Jährigen steigt um gut 22 Prozent auf rund 414.000 Personen kräftig an.
  • Die Gruppe der erwerbsfähigen Bevölkerung im Alter von 18 bis unter 65 Jahren steigt um ungefähr 16.000 Personen auf 2,36 Mio. geringfügig, dabei bleibt die Zahl der jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren mit rund 262.000 Personen in etwa konstant.
  • Der Bezirk mit dem größten Wachstum ist Pankow (+ 16 Prozent), der Bezirk mit dem geringsten Wachstum (+ 2,6 Prozent) ist Tempelhof-Schöneberg.

Bis 2017 wird weiterhin eine hohe Zahl an Flüchtlingen erwartet. Für den Zeitraum bis 2020 wird mit Stand Februar 2016 prognostiziert, dass zwischen 94.000 und 174.000 Flüchtlinge zusätzlich zu den in der Bevölkerungsprognose ausgewiesenen Ergebnissen angenommen werden müssen. Damit könnte Berlins Einwohnerzahl im Jahr 2020 auf mehr als 3,9 Mio. Menschen wachsen.

Für kleinräumige Ergebnisse steht die Prognose 2015-2030 auf der Ebene der lebensweltlich orientierten Räume (LOR) zur Verfügung. (Quelle: SenStadt)


Anmerkungen:

  1. Quelle: SenStadt

Quelle: Berliner Kommunalpolitisches Lexikon, Stand: 2016