Familiennahe Dienstleistungen

Aus SGK Berlin

Die Unterstützung von Kindern und Familien ist angesichts des demografischen Wandels eine der zentralen Aufgaben auf allen Ebenen der Politik und von allen gesellschaftspolitischen Akteuren. Während die deutsche Politik bisher mehr auf direkte und indirekte Finanztransfers setzte, haben die skandinavischen Länder und Frankreich die öffentlichen Mittel überwiegend in familiennahe Einrichtungen und Dienstleistungen investiert. Da die Geburtenrate in diesen Ländern deutlich höher liegt als in Deutschland, liegt – auch bei Betrachtung der anderen Rahmenbedingungen – die Vermutung nahe, dass familiennahe Einrichtungen, Dienstleistungen und Beratungen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern und die Entscheidung für Kinder begünstigen. Daher sollte der Schwerpunkt der Familienförderung von den finanziellen Transfers (Kindergeld, Steuererleichterungen für „Familien“ ohne Kinder etc.) auf Investitionen in Infrastruktur und Dienstleistungen sowohl für eine bessere Kinderbetreuung als auch zur Unterstützung bei der Pflege von Eltern und Großeltern verlagert werden. Wichtig ist, dass die Dienstleistungen quantitativ und qualitativ sowie in der richtigen regionalen Verteilung verfügbar sind und sich auch zeitlich am Bedarf orientieren (z. B. für Schichtarbeiter/innen).

siehe auch: Familienfreundliche Stadt


Quelle: Berliner Kommunalpolitisches Lexikon, Stand: 2016