Geburtensaldo

Aus SGK Berlin

Das Geburtensaldo ist nach der Definition der amtlichen Statistik die Differenz aus Lebendgeborenen und Gestorbenen in einem bestimmten Zeitraum. In der Bilanzierung beider Zahlen ergibt sich als Saldo ein Geburtenüberschuss, wenn mehr Kinder geboren werden als Menschen sterben, oder ein Sterbefallüberschuss, wenn mehr Menschen sterben als Kinder geboren werden.

Ein hoher Geburtenüberschuss ergibt sich in der Regel aus dem Zusammentreffen von hohen Geburtenhäufigkeiten und einer großen Zahl von Frauen im »gebärfähigen« Alter mit einer niedrigen Sterblichkeit und einer geringen Zahl älterer und alter Menschen. Ein positiver Geburtensaldo heißt Geburtenüberschuss, ein negativer Geburtensaldo heißt Geburtendefizit oder Sterbefallüberschuss.

Geburtendefizit

In der Diskussion zum demografischen Wandel spricht man von Geburtendefizit auch, wenn die Zahl der Lebendgeborenen niedriger ist als sie zum vollständigen Ersatz der vorherigen Generation sein müsste. Dieser Wert, die sog. „Reproduktionsrate“, liegt in den westlichen Industriestaaten statistisch gesehen bei 2,1 Kindern je Frau. Bei der derzeitigen Reproduktionsrate in der Bundesrepublik Deutschland fehlt fast ein Drittel des für die Bestandserhaltung erforderlichen Nachwuchses. Dieses Drittel fehlt später als potenzielle Elterngeneration, so dass jede folgende Generation – ohne Zuwanderung – zahlenmäßig wieder fast ein Drittel kleiner ist. Dieser Effekt wird als „demografisches Echo“ bezeichnet.


Quelle: Berliner Kommunalpolitisches Lexikon, Stand: 2016